Impressionen des „Neuen“

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„Wir“ … „Uns“ … die Verwendung dieser Worte ist für mich noch recht neu wenn es um BandsPrivat geht. Es ist dabei ja nun aber nicht so, als wäre der Verein Neuland für mich. Vor knapp zwei Jahren hat mich einer meiner besten Freunde eingeladen, zu einem Konzert zu kommen. Er meinte es werde von dem Verein organisiert, in dem er „jetzt mitmacht“.

Der Abend war toll! Zugegeben, anfangs fühlte ich mich etwas unpassend, da sich alle zu kennen schienen, doch nach etwa einer Stunde war ich ebenso allen bekannt. Kurze und längere Wortwechsel ergaben sich, in denen ich so herzlich angesprochen wurde, dass es schwer fiel diese Menschen nicht zu mögen.

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In den letzten beiden Jahren sind “diese Menschen” zu Freunden geworden. Man trifft sich, hat auch so, fern von Vereinstätigkeiten, einfach mal Spaß, unternimmt etwas. Ohne es wirklich zu merken, wurde ich Teil dieser tollen Idee. Erst aus einem Verpflichtungsgefühl einem Freund gegenüber, dann aus der Verpflichtung gegenüber vielen Freunden, mittlerweile aus Spaß an der Sache.

Ob ich dem nun wirklich zugestimmt habe? Seit letztem Sonntag bin ich scheinbar „dabei“. Und das habe ich auch gemerkt! So eine Veranstaltung ist hinter den Kulissen wirklich hart! Es wird geplant, organisiert, Urlaub beantragt und sich frei genommen (wir haben ja auch noch ein anderes Leben) – man „opfert“ schließlich Freizeit.
Während man total übermüdet Sachen durch die Weltgeschichte trägt, die Location putzt, Getränke schleppt, Technik aufbaut, umplant, improvisiert und…und…und.., denkt man oft: „Warum mache ich das grad? Ich könnte doch einfach später vorbei kommen und die Musik genießen.“

Doch dann beginnt der Abend:

Das Gefühl der Anstrengung verfliegt und ich bin begeistert. Die Technik macht was sie soll, ich grinse jeden ankommenden Menschen zur Begrüßung an und helfe den Leuten von den Bands bei Fragen. Kurz gesagt: Ich reagiere auf die Sachen, die passieren weil sie passieren. Auch wenn es noch immer Stress zu sein scheint, es ist diese Art von Stress, der gut ist, weil man ihn mit Freunden erlebt und bewältigt. Dann ist da dieser Moment: mit einem Kasten auf dem Arm tänzel ich förmlich durch die Menge, als mich ein Fremder von der Seite anspricht: „Danke für den tollen Abend, es ist super!“ – Wow! Was für ein großartiges Gefühl wenn man merkt, dass die eigene Arbeit einen Teil dazu beiträgt, dass andere Menschen eine gute Zeit haben.

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Auch für mich selbst ist es immer wieder ein tolles Erlebnis und neue Eindrücke. Zum Beispiel lerne ich neue Musik kennen: gestern tanzte ich, in einer ruhigen Minute mit Freunden, zur Musik der Band Choirs und erlebte Reaktionen vom Publikum auf Drawing Circles, die identisch zu meiner, beim ersten Hören, waren: “OMG – what a voice!”. Ohne den Verein hätte ich diese Bands wohl nie gehört.

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Es war aus vielen Gründen ein wichtiger Tag für den Verein: neben dem zweijährigen Bestehen wurde die Arbeit dessen, durch die Übergabe von Fördermitteln, vom Bundesland gefördert! Es wurde betont, dass die Mitarbeit von Freiwilligen wichtig und die Finanzierung einer Idee immer “so eine Sache” sei.

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Alles korrekt und garantiert wichtig, aber der Witz der Geschichte kommt ja noch. Ich bin nun seit 28 Stunden wach (zwei Stunden Kurzschlaf abgezogen). Ich habe genug Dinge geschleppt um ohne Sport Muskelkater zu haben, bin reichlichst übermüdet und nur Kaffee hält mich noch wach. Als ich jedoch heute Morgen zum „Arbeiten“ ankam, wäre mir – umgeben von guten Freunden mit einem Kaffee in der Hand, vor den Resten des gestrigen Abends stehend – wohl kaum ein besser Ort eingefallen, um in den Sonntag zu starten. Selten hatte ich so viel Spaß!

Wer auf der Suche nach einer Sache ist, die das Leben, abseits vom Alltag, ausfüllt und bereichert: ich bin der „Neue“ und ich kann „uns“ nur empfehlen. Eine Klassenfahrt mit Freunden in „geil“ könnte kaum besser sein!

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